Jan Kunowski

Oktober 23, 2017

  • Der typische Vegetarier ist jung, weiblich und häufig in Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern wohnhaft
  • Nachhaltiger Konsum ist ein eindeutiger Wachstumstrend
  • Vegetarier informieren sich sehr genau, woher die Produkte stammen

 

Seit einigen Jahren sind sie in jedem Supermarkt anzutreffen: vegetarische Produkte. Für viele Konsumenten eine interessante Alternative. Was eher als Randerscheinung begann, ist inzwischen ein Massenmarkt. Laut Schätzungen des Vegetarierbundes ernähren sich 7,8 Millionen Menschen in Deutschland vegetarisch – jeder zehnte Deutsche verzichtet freiwillig auf Fleisch. Vegetarier werden als Zielgruppe immer interessanter. Doch was ist beim Kauf für Vegetarier ausschlaggebend? Worauf achten sie? Acxiom hat sie sich einmal genauer angeschaut.

Tofubratlinge, Soja-Gulasch und vegetarische Wurst stehen zunehmend auf dem Speiseplan vieler Deutscher. Die Zahl der Vegetarier steigt hierzulande stetig. Manche Studien gehen davon aus, dass sich der Anteil der Vegetarier in Deutschland in den vergangenen sieben Jahren verdoppelt hat. War somit vor einigen Jahrzehnten der Schweinebraten noch Ausdruck für Wohlstand, gilt nunmehr zunehmend der freiwillige Verzicht als Ausdruck für ein konsum- und umweltbewusstes Leben. Während einigen Konsumenten der gelegentliche Verzicht ausreicht, gibt es andere, für die dies Ausdruck und Teil eines kompletten Lebensmodells der Nachhaltigkeit ist.

Weiblich, urban und gebildet

Die Daten zeigen: Auf Fleisch verzichten eher Frauen als Männer. Im Schnitt sind Vegetarier somit vor allem weiblich (73 Prozent), während ein Viertel männlich ist (27 Prozent). Wer kein Fleisch isst, lebt überdurchschnittlich häufig in Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern. Der Trend zu einer fleischlosen Ernährung erfasst allerdings auch zunehmend ländliche Regionen. Viele Vegetarier sind zudem gut ausgebildet: Sie verfügen meist über Abitur und haben häufig auch studiert.

Gegenüber Neuem aufgeschlossen

Vegetarier sind vor allem aber Genießer. Am eigenen Herd entwickeln sie eine wahre Leidenschaft: Es wird variiert, ausprobiert und geschlemmt. Der Fleischverzicht animiert zu Kreativität und Interesse an Neuem. Ausgefallene und exotische Gerichte kommen bei Vegetariern häufiger auf den Tisch. In sozialen Beziehungen sind Vegetarier aufgeschlossen gegenüber anderen. Sie sind daher häufig lebensfrohe und aktive Menschen.

Konsumfreudig und bereit, mehr zu bezahlen

Wer auf Fleisch verzichtet, bevorzugt regionale Produkte, denkt nachhaltig und bezieht durchaus auch ethische Kriterien in seine Kaufentscheidung mit ein. Sie sind bereit und gewillt, mehr Geld in die Produkte zu investieren als weniger nachhaltig interessierte Konsumenten. So sind fair gehandelte Produkte besonders bei Vegetariern sehr beliebt. In puncto Mode und bei technischen Produkten vertrauen sie eher exklusiven Marken.

Waschmittel belasten die Gewässer mit Chemikalien. Für Vegetarier ein Aspekt, den sie nicht ignorieren, sondern aktiv auch in ihre Kaufentscheidung mit einbeziehen. Daher stellen Biowaschmittel für sie oft eine sinnvolle Alternative dar, um chemische Farb- und Füllstoffe durch natürliche Reinigungsmittel zu ersetzen. Zudem wählen sie beim Strom eher eine nachhaltige Energieerzeugung wie Wind, Wasser und Biogas. Auch bei der Pflege des eigenen Körper setzen Vegetarier bevorzugt auf natürliche Produkte. Sie stellen eine der größten Käufergruppen von Naturkosmetik dar.
Verzichten Vegetarier dann auch aufs Auto? Da Vegetarier meist in Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern leben, nutzen sie tatsächlich häufiger den Nahverkehr. Am liebsten treten sie in die Pedale, um ihre Ziele zu erreichen – das Fahrrad gehört bei Vegetariern zu den beliebten Verkehrsmitteln. Aber aufs Auto verzichten wollen sie dennoch nicht. Wenn sie ein Auto benötigen, greifen sie gern auf Carsharing-Modelle zurück. Zudem spiegelt sich hier wider, dass gerade diese Zielgruppe technikaffin ist und Smartphone wie auch Tablet tagtäglich nutzen, auch um sich vor dem Kauf über Produkte zu informieren.

Carsten Diepenbrock, Geschäftsführer von Acxiom Deutschland: „Der Verzicht auf Fleisch und das nachhaltige Leben sind eindeutig ein Wachstumstrend, der sich in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Mit unseren Geomarketing-Lösungen unterstützen wir unsere Kunden dabei, auch diese sehr relevante Konsumentengruppe genau zu identifizieren, zu lokalisieren und zu kontaktieren. Wer als Unternehmen weiß, wie seine Zielgruppe beschaffen ist, kann sie gezielter ansprechen.“