Die Baukraft von Acxiom zeigt Gebiete mit aktuell hoher Neu-, Aus- und Umbautätigkeit an. Es handelt sich um einen Volumenwert in Millionen Euro des insgesamt getätigten Umsatzes, der sowohl genehmigungspflichtige als auch nicht genehmigungspflichtige Baumaßnahmen enthält und langfristige Bautrends sowie Absatzpotenziale für Produkte aus der Baubranche identifiziert. Die Baukraft kann neben dem Absolutwert in Millionen Euro als pro Kopfwert, in Promille und als Index geliefert werden.
Neben einer Reihe anderer Quellen stützt sich Acxiom bei der Berechnung der Baukraft auf die vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin veröffentlichten Prognosen für das Bauvolumen, welches die gesamte inländische Bauleistung in nominaler und realer Entwicklung ausdrückt.
Ein Pro-Kopf-Index ermöglicht die regionale Vergleichbarkeit der Baukraft-Volumina im Marktsegment Wohnbau. Mit einem Index-Wert von 118 liegt Bayern an der Spitze der Bundesländer, gefolgt von Niedersachsen (113) und Rheinland-Pfalz (111). Die durchschnittliche Baukraft je Einwohner liegt in Bayern somit um 18 % über dem Bundesdurchschnitt. Unterdurchschnittliche Index-Werte weisen insbesondere die neuen Bundesländer und die Stadtstaaten wie Berlin, Hamburg und Bremen auf.
Die kartografische Darstellung des Pro-Kopf-Index für den Bereich Wohnbau auf Kreisebene verdeutlicht die regionale Verteilung der Baukraft-Volumina. Sehr niedrige Index-Werte kommen flächendeckend in den neuen Bundesländern vor, lediglich das Umland Berlins und Rostocks stellt eine Ausnahme dar. Die hohen Prognose-Werte in dieser Region sind in erster Linie durch die Stadt-Umland-Wanderung in den Verdichtungsräumen bedingt.
In den alten Bundesländern ergibt sich ein differenzierteres Bild: Hohe Baukraft-Volumina werden vor allem für Bayern, Niedersachsen, das nördliche Nordrheinwestfalen und Rheinland-Pfalz prognostiziert. Auffällig sind die negativen Ausreißer in den alten Industrie-Regionen des Ruhrgebietes und des Saarlandes, die unter Abwanderung und den Folgen des wirtschaftlichen Strukturwandels leiden. Aber auch weite Teile Mitteldeutschlands weisen nur eine durchschnittliche Baukraft im Wohnbau auf. Weiterhin wird deutlich, dass in vielen Großstädten – wie zum Beispiel Hamburg, Köln, Stuttgart, Nürnberg und Berlin – im Vergleich zum Umland nur niedrige Index-Werte erreicht werden. Dieses Gefälle ist dadurch bedingt, dass in den Kernstädten nur wenig Bauland zur Verfügung steht, während im Einzugsgebiet der Großstädte deutlich mehr Baugebiete ausgewiesen werden.
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Auch bei Betrachtung der Baukraft-Volumina auf Gemeindeebene zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland.
Klarer Spitzenreiter hinsichtlich der Baukraft-Prognose Wohnbau ist Ingolstadt mit einem Index-Wert von 147,5. Es folgen Regensburg (131,0), Paderborn (126,0) und München (119,8). Unter den 10 Gemeinden mit der höchsten Baukraft je Einwohner befinden sich fast ausschließlich westdeutsche Klein- und Mittelstädte. Wie bereits erwähnt, sind die Baukraft-Volumina in Großstädten in der Regel gering, da nur ein begrenztes Angebot an Bauland zur Verfügung steht. Eine Ausnahme stellt lediglich München dar. Die bayerische Landeshauptstadt ist trotz hoher Bodenpreise nach wie vor ein attraktiver Wirtschafts- und Wohnstandort. Die Bauintensität ist demnach hier auch für 2008 sehr hoch.
| Baukraft Wohnbau 2008 |
| |
Baukraft Wohnbau je Einwohner |
Baukraft Wohnbau Index (BRD=100) |
| Erlangen |
1.721 |
110,4 |
| Münster |
1.728 |
110,9 |
| Wolfsburg |
1.775 |
113,9 |
| Bergisch Gladbach |
1.828 |
117,3 |
| München |
1.867 |
119,8 |
| Parderborn |
1.964 |
126,0 |
| Regensburg |
2.043 |
131,0 |
| Ingolstadt |
2.299 |
147,5 |
Ein anderes Bild zeigt sich im Sektor Nichtwohnbau. Obwohl nur etwa ein Viertel des gesamten Baukraft-Volumens auf die neuen Bundesländer entfällt, werden in Ostdeutschland oft höhere Pro-Kopf-Indexwerte als in Westdeutschland erreicht. Mit Ausnahme von Regensburg liegen die 5 Gemeinden mit der höchsten Baukraft je Einwohner alle in den neuen Bundesländern. Hohe Baukraft-Volumina werden insbesondere für Städte von überregionaler Bedeutung mit großen Einzugsgebieten prognostiziert. Ursache für die stark überdurchschnittlichen Pro-Kopf-Werte ist die Durchführung öffentlicher Bauvorhaben, sowie die Konzentration gewerblicher Bauaktivität in diesen Ballungsräumen.
| Baukraft Nichtwohnbau 2008 |
| |
Baukraft Nichtwohnbau je Einwohner |
Baukraft Nichtwohnbau Index (BRD=100) |
| Wolfsburg |
1.271 |
153,0 |
| Ulm |
1.272 |
153,2 |
| Magdeburg |
1.287 |
154,9 |
| Erlangen |
1.288 |
155,1 |
| Frankfurt am Main |
1.307 |
157,4 |
| Dresden |
1.358 |
163,6 |
| Erfurt |
1.381 |
166,3 |
| Potsdam |
1.460 |
175,9 |
| Regensburg |
1.520 |
183,0 |
| Rostock |
1.992 |
239,8 |